Soeht7 Ehemaliges Frauengefängnis

Ein Ort der Geschichte und Geschichten. Das Historische Gefängnis im Berliner Stadtbezirk Lichterfelde aus dem Jahre 1906 blieb in aktiver Funktion als Justizvollzugsanstalt bis 2010 offen. Das denkmalgeschütze Gebäude umfasst drei ineinander geschachtelte Gebäude-Teile, die praktisch in unveränderter Form erhalten blieben.

Coming 2019

Das Gefängnis wird zeitgleich mit dem angrenzenden Amtsgericht Lichterfelde 1902 bis 1906 von den Architekten Rudolf Mönnich, Walter Sarkur und Paul Thoemer erbaut. Es handelt sich um einen mehrflügeligen Gebäudekomplex mit in mehreren historisierenden Neorennaissance Stilformen.

Geplant ist die Haftanstalt gleichermaßen für Frauen und Männer. So sind die männlichen Insassen im westlichen Gebäudeteil untergebracht und die weiblichen auf der anderen Seite des Baus.

Im Laufe der Jahre ändern sich allerdings die Zuständigkeiten des Gefängnisses und damit auch die Bewohnerschaft. Nach dem Krieg werden die Räume temporär vom amerikanischen Militärgericht gebraucht. 1954 wird das als Gerichtsgefängnis Lichterfelde genutzte Gebäude vorerst stillgelegt, nachdem man die noch inhaftierten jugendlichen Gefangenen der amerikanischen Gerichte in die Jugendarrestanstalt Neukölln überführt.

Zum April 1954 wird der Plan umgesetzt, eine Nebenanstalt des Frauenstrafgefängnisses Tiergarten in dem Gebäude unterzubringen. Dieser Zustand hält bis 1985 an, denn in diesem Jahr wird die Justizvollzugsanstalt Düppel durch die Anstalt in der Söhtstraße, die von nun an eine Justizvollzugsanstalt des Offenen Vollzugs ist, erweitert.

2010 endet die Geschichte als Gefängnis für den Bau in der Söhtstraße. Fortan werden hier nur noch fiktive Straftäter arrestiert, denn das Gebäude spielt in einigen Filmproduktionen eine tragende Rolle.